
Kreative Prozesse können begeistern, überraschen und gleichzeitig ganz schön herausfordern. Denn dort, wo etwas Neues entsteht, lässt sich nicht jeder Schritt im Voraus planen.
Als Unternehmerin oder Solo-Selbstständige laufen bei dir wahrscheinlich ohnehin unterschiedliche Aufgaben, Rollen und Projekte zusammen. Kreative Prozesse verlangen dabei eine besondere Form von Flexibilität, weil ihr Verlauf nicht vollständig vorhersehbar ist.
Wenn gleichzeitig viele Anforderungen Aufmerksamkeit beanspruchen, kann sich ein ohnehin komplexer kreativer Prozess schnell chaotisch anfühlen. Dieses Gefühl von Chaos muss jedoch kein Hinweis darauf sein, dass etwas schiefläuft.
Kreative Prozesse verlaufen häufig nicht linear. Phasen des Öffnens, Suchens und Verwerfens können zunächst unübersichtlich wirken – obwohl genau dort Neues entstehen kann.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht unbedingt, wie du das Chaos möglichst schnell beseitigst. Sondern ob du erkennst, was dein kreativer Prozess gerade braucht.
Kreative Prozesse folgen selten einer vollkommen linearen Logik. Eine Idee führt zur nächsten, neue Erkenntnisse verändern bisherige Annahmen und vermeintliche Umwege können plötzlich relevant werden.
Gerade in diesen offenen Phasen kann wertvolles Potenzial liegen. Solange Ideen nicht vorschnell bewertet oder auf eine Lösung verengt werden, bleibt Raum für ungewöhnliche Verbindungen und unerwartete Möglichkeiten.
Das, was sich wie Chaos anfühlt, kann also schlicht bedeuten:
Es sind gerade mehr Möglichkeiten vorhanden, als bereits Entscheidungen getroffen wurden.
Das ist ein wichtiger Unterschied, denn Chaos ist nicht das Ziel eines kreativen Prozesses.
Offenheit schon.
Viele unserer Arbeits- und Planungssysteme sind linear organisiert. Kreative Prozesse sind es häufig nicht.
Das Gefühl von Chaos kann deshalb auch dort entstehen, wo wir versuchen, einen nicht-linearen Prozess in eine lineare Arbeitslogik zu pressen.
Dabei brauchst du dich nicht zwischen Kreativität und Struktur zu entscheiden. Ein guter kreativer Prozess braucht beides – nur nicht immer gleichzeitig.
Es gibt Phasen, in denen Möglichkeiten entstehen dürfen. Andere, in denen Zusammenhänge sichtbar werden müssen. Irgendwann braucht es Bewertung und Entscheidung. Und schließlich müssen ausgewählte Ideen ihren Weg in die Umsetzung finden.
Die Funktionen dieser Phasen unterscheiden sich.
Wer während des Öffnens bereits jede Idee bewertet, kann Möglichkeiten begrenzen, bevor sie sich entwickeln konnten. Wer dagegen immer weiter öffnet, wenn längst Entscheidungen gebraucht werden, produziert irgendwann mehr Möglichkeiten, als für das Vorhaben hilfreich sind.
Gute Struktur begrenzt Kreativität nicht, sondern gibt ihr einen Rahmen, in dem sie wirksam werden kann.
Nicht jede Phase eines kreativen Prozesses fällt jedem Menschen gleich leicht.
Manche öffnen mühelos immer neue Möglichkeiten, stellen Verbindungen her und entwickeln eine Idee nach der anderen – tun sich aber schwerer damit, diesen Raum wieder zu verkleinern.
Andere suchen früh nach Struktur und Entscheidungen. Das kann eine große Stärke sein, kann aber auch dazu führen, dass Möglichkeiten bewertet werden, bevor sie sich wirklich entfalten konnten.
Ich selbst gehöre eher zu den Menschen, denen das Öffnen leichtfällt. Gedanken und Ideen sprudeln zu lassen, ist für mich selten das Problem. Interessanter wird der Moment, an dem aus all diesen Möglichkeiten wieder eine Richtung entstehen soll.
Das ist für mich ein wichtiger Perspektivwechsel: „Ich bin chaotisch“ ist etwas anderes als „Mir fällt eine bestimmte Phase des kreativen Prozesses leichter als eine andere.“
Im ersten Fall machen wir aus einer Situation schnell eine Eigenschaft unserer Person. Im zweiten können wir betrachten, welche Fähigkeiten bereits stark ausgeprägt sind – und an welcher Stelle der Prozess mehr Unterstützung oder Struktur braucht.
Ein kreativer Prozess verändert sich, während er voranschreitet.
Am Anfang braucht es häufig mehr Raum für Möglichkeiten als für Entscheidungen. Später müssen Zusammenhänge sichtbar werden und aus vielen Optionen entsteht eine Auswahl. Irgendwann verschiebt sich der Schwerpunkt von Exploration zu Entscheidung und schließlich zur Umsetzung.
Diese Bewegungen widersprechen sich nicht. Sie gehören zum selben Prozess.
Schwierig wird es eher dann, wenn wir in einer Denkbewegung hängenbleiben.
Wer immer neue Möglichkeiten produziert, obwohl längst eine Entscheidung ansteht, verliert möglicherweise die Richtung. Wer Entscheidungen erzwingt, obwohl wesentliche Fragen noch offen sind, schließt möglicherweise Optionen zu früh.
Die entscheidende Kompetenz besteht deshalb nicht darin, einen kreativen Prozess möglichst schnell in Ordnung zu bringen.
Sie besteht darin, zu erkennen, welche Art von Offenheit oder Struktur der Prozess gerade braucht.
Gerade bei komplexer kreativer Arbeit entsteht Fortschritt nicht immer linear und nicht jeder Entwicklungsschritt ist unmittelbar von außen sichtbar.
Manchmal verändert eine neue Erkenntnis das bisherige Bild. Manchmal stellt sich eine vermeintlich vielversprechende Idee als Sackgasse heraus. Und manchmal braucht es Abstand oder einen Perspektivwechsel, bevor Zusammenhänge erkennbar werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass der Prozess ins Stocken geraten ist.
Auch nach einer Entscheidung bleibt kreative Arbeit beweglich. Neue Erkenntnisse können dazu führen, dass Annahmen, Ideen oder bereits geplante Schritte noch einmal angepasst werden.
Flexibilität bedeutet dabei nicht, jeder neuen Idee hinterherzulaufen. Sie bedeutet, beweglich zu bleiben, ohne die Richtung aus dem Blick zu verlieren.
Nicht jedes Chaos muss beseitigt werden. Und nicht jedes Chaos ist produktiv.
Manchmal befindet sich ein Vorhaben genau in der offenen Phase, die es gerade braucht. Manchmal sind schlicht viele Möglichkeiten gleichzeitig sichtbar. Und manchmal ist tatsächlich der Punkt erreicht, an dem mehr Ideen nicht mehr weiterhelfen und eine Entscheidung gebraucht wird.
Von innen ist dieser Unterschied nicht immer leicht zu erkennen.
Und genau deshalb ist für mich die entscheidende Frage nicht:
„Wie bekomme ich dieses Chaos weg?“
Sondern:
„Was braucht dieses Vorhaben jetzt, damit es sich in die richtige Richtung weiterentwickeln kann?“
Genau an dieser Stelle setze ich mit Product Intervention an.
Ich komme nicht mit einer fertigen Antwort und auch nicht mit der sprichwörtlichen Schere. Wir schauen zunächst darauf, was bereits da ist, wo dein Vorhaben steht, welche Möglichkeiten darin liegen und wo möglicherweise eine Entscheidung gebraucht wird.
Denn ein junges Vorhaben kann Richtung brauchen. Ein etabliertes kann von einem neuen Blick auf gewachsene Strukturen profitieren. Ein angeschlagenes braucht vielleicht eine andere Form von Aufmerksamkeit. Und auch etwas, das gerade kräftig wächst, kann an einen Punkt kommen, an dem Wachstum beginnt zu wuchern.
Bevor etwas verändert wird, sollten wir verstehen, was da eigentlich wächst – und wohin es wachsen soll.
Product Intervention
Nähre nur, was wachsen soll.
Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle

In Claudias Podcast "Kaffee. Donut. Viertelstunde" unterhalten wir uns über die Herausforderung den "richtigen" Namen zu finden, unsere eigenen Erfahrungen damit und wie mein Naming Workshop "Workshop in a Box®" dich bei der Namensfindung zum Ziel führt.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Antje, wir sind ja miteinander ins Gespräch gekommen, unter anderem zu dem richtig coolen digitalen Produkt, dass du entwickelt hast: den Naming Workshop "Workshop in a Box®" - Namensfindung Unternehmen. Weil du gerade erzähltest dass du ein Nachtmensch bist - hast du den Naming Workshop auch nachts entwickelt?
Antje Eichhorn | produktfarm®
Zu einem großen Teil bestimmt. Aber nicht nur. Dafür habe ich zu lange daran gearbeitet, das ging nicht nur nachts. Doch ich glaube diese Inspirations-Schübe, die kommen bei mir schon deutlich später am Tag.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ich fand ja, und finde nach wie vor deswegen diese Idee so spannend, weil sich der Naming Workshop "Workshop in a Box®" sich ja mit einem Problem beschäftigt, dass tatsächlich eigentlich jede und jeder hat, der gründet / die gründet. Und auch später, wenn es darum geht, dass man ein neues Produkt entwickelt oder irgendeine Art von Konzept. Weil irgendwie braucht ja so jedes Ding seinen Namen, sonst kann man damit nicht nach draußen gehen, sonst würde es eben nicht "marktrelevant", wie du es nennst.
Und ich fühlte mich, als wir darüber gesprochen haben, erinnert an die Zeit 2018. Ich bin ja im zehnten Jahr meiner Selbstständigkeit und habe aber 2018 den Firmennamen noch einmal gewechselt und habe echt - ich weiß nicht, wie viele Zugfahrten lang - Listen geschrieben, ich habe Freundinnen und Freunde gefragt, was denen einfällt und ich fand das unglaublich schwierig, zu so einem Namen zu kommen. Erzähl doch mal, wie du das mit dem Naming Workshop "Workshop in a Box®" machst.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Also vielleicht kann ich als erstes sagen, dass ich auf die Idee zu diesem digitalen Naming Workshop zum Selbermachen gekommen bin, als ich selbst gegründet habe. Als Strategieberaterin arbeite ich ja auf Produktentwicklungs- und Markenthemen und deswegen war mir selbst das ganz klar, wie wichtig der Name ist. Insofern habe ich lange damit Zeit verbracht, sozusagen "den perfekten Namen" zu finden. Und als ich ihn dann hatte, habe ich festgestellt, die Marke ist angemeldet und ich kann den Namen nicht benutzen.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Das ist Murphys Gesetz, oder?
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, schon. Und dann stand ich quasi selber vor dem Problem, in sehr kurzer Zeit einen adäquaten neuen Namen zu finden. Und musste quasi meine eigenen Künste, die ich normalerweise in Workshops für andere Leute einsetze, auf mich selber anwenden. Und habe so dann in sehr kurzer Zeit meinen neuen Namen, also was heißt neuer Name - der alte war ja gar nicht möglich, also den Namen "produktfarm" mit einem selbst konzipierten Naming Workshop gefunden und bin damit total glücklich und habe immer gute Rückmeldung auch bekommen. Und später habe ich dann bei anderen Gründern erlebt, dass dieses ganze Thema Namensfindung sehr vernachlässigt wird. Entweder sie machen es wie ich und beschäftigen sich ewig und drei Tage damit und kommen nicht zum Punkt. Oder im Gegenteil, sie folgen ganz brav diesen Businessplan-Anwendungen, aber da kommt das Thema Name überhaupt gar nicht drin vor. Und dann stehen sie fünf vor zwölf vor der Kirche und müssen sich ganz schnell überlegen, wie sie heißen. Und so ist das eigentlich geboren worden mit dem digitalen Naming Workshop zum Selbermachen "Workshop in a Box®".
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Jetzt wird mir auch klar, woher möglicherweise die ganzen falsch apostrophierten Namen bei den unterschiedlichsten Läden, die man so sieht, kommen. Und als Germanistin krieg ich immer die Krise, wenn da so ein Apostroph steht, dass da eigentlich nicht hingehört. ...die waren vielleicht auch alle kurz vor zwölf vor der Kirche und haben gedacht "verdammt, wie nenne ich das denn jetzt?!"
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja - ich pflege auch eine Sammlung Friseur-Namen, weil das oft gute Beispiele dafür sind dass der Name für ein Unternehmen oder für einen Gründer auch wirklich eine Bedeutung hat. Und das ist aber schon fast der erste Fehler, den man machen kann. Man soll den Namen nicht für sich selber, also zumindest nicht nur für sich selber suchen. Sondern, wenn man es gut macht, dann kann man den auch für sich arbeiten lassen und damit Kunden auf sich aufmerksam machen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
So frei nach dem Motto "Der Köder soll ja dem Fisch schmecken und nicht dem Angler." Also davon, dass ich den Namen total cool finde und auch super gut verstehe was damit gemeint ist, gewinne ich ja keine Kunden. Und das war tatsächlich auch bei mir selbst der Grund, warum ich von meinem alten Namen, der so eine Art Abkürzungs-Konstruktion aus meinem Nachnamen war, weg wollte, weil das irgendwie keiner auf die Kette gekriegt hat, was ich damit will und was das heißen soll.
Antje Eichhorn | produktfarm® Ja, das ist auch ganz typisch. Das ist aber auch so etwas gelerntes, dass man irgendwie denkt, dass man in diesen Akronymen (so nennt man einen zusammengesetzten Namen aus verschiedenen Anfangsbuchstaben) viel Inhalt unterkriegt. Aber meistens versteht das dann kein Mensch da draußen.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ja, und es gibt eine zweite Sache in deinem "Workshop in a Box"-Konzept, die ich total spannend finde. Denn was du in diesem Naming-Workshop zum Selbermachen machst, ist tatsächlich eine Online Moderation ohne live dabei zu sein. Erzähl doch mal ein bisschen was über das Produkt.
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, sehr gerne. Also es fängt damit an, dass man sicher erst einmal klar werden muss "Was für einen Namen suche ich überhaupt?" Das ist der Strategie-Teil, das wird angeleitet und damit kann jeder das Konzept dieses Naming Workshops auf sich selber und seine Situation individualisiert anpassen. Und dann wird auch noch erklärt, wie man den Workshop vorbereitet, worauf man achten muss. Es gibt Material zum Ausdrucken. Ich erkläre, welche Teilnehmer klug sind, dazu zu bitten. Das sind übrigens nicht unbedingt die, die man natürlicherweise fragen würde. Wie du einen guten Raum findest, und so weiter... Und dann gibt es einen ganzen Tag, an dem dieser Workshop digital vom Band läuft, sozusagen. Aber die Teilnehmer sitzen gemeinsam in einem Raum und erarbeiten diese verschiedenen Namensideen. Und das ist so aufgebaut, dass es am Anfang im Prinzip eigentlich nur einen Knopfdruck braucht - und dann erscheine ich in einem Video, und mache die Einführung und dann folgt Schritt für Schritt alles das, was ich auch in einem normalen Workshop machen würde.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ich habe natürlich dadurch, dass ich nicht live dabei bin, keine Handhabe darauf, dass die Teilnehmer sich wirklich an die Zeiten halten. Aber es läuft auch immer ein Timer mit. Also wenn eine Kreativitäts-Methode angesagt ist, dann wird der Timer gestartet und dann läuft da genau die Zeit und die wird auch visualisiert, die man dann zum Arbeiten hat. So dass das also so engmaschig betreut ist, dass da keine Fehler auftauchen.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Cool. Ja, ich kenne aus eigener Erfahrung dieses "Was macht man eigentlich mit einem Timer, und stellt man ihn noch einmal weiter und noch einmal weiter?" Aber das kann ja auch so ein Lerneffekt zwischendurch für die Teilnehmenden im Workshop sein. Und ich glaube, eine ganz wichtige Regel in der Moderation ist ja ohnehin "trust the process". Weil die Person, die sich das Konzept überlegt hat, die hat sich ja nicht ohne Grund das so überlegt, die hat sich ja was dabei gedacht.
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, das stimmt. Ich glaube, das ist die einzige Gefahr, die man wirklich dabei hat, dass man den Timer vielleicht ignoriert und sich dann signifikant mehr Zeit an einer Stelle nimmt. Und dann bleibt einem nachher am Ende der Atem weg. Und ich glaube, da muss man, wie du sagst," trust the process" folgen - und in dem Moment auch dem Workshop Konzept. Das ist ja extra so gemacht, dass es Ideen-anregend ist an der einen Stelle, und dann an der nächsten Stelle auf etwas ganz konkretes Bezug nimmt.
Antje Eichhorn | produktfarm®
Und auch die Zeiten sind nicht ohne Grund so - sondern das ist wirklich immer so gewählt, dass es manchmal auch künstlichen Stress erzeugt - einfach damit das Gehirn auch abfeuert und auch Ideen liefert. Und dann geht es halt über den Tag hinweg. Über acht Stunden wird es in dem Naming Workshop immer konkreter, bis man am Ende mit zehn Ideen überbleibt, die man dann ausgewählt hat.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Super. Und ich habe auf der Homepage gesehen (also ich habe so ein bisschen gespinxt natürlich vorher), dass es teilweise auch Anwender gab, Anwenderinnen gab, die während des digitalen Naming Workshops weit über 100 Ideen produziert haben und hinterher dann wieder so ein bisschen runtergedampft haben auf die Prioritätenliste. Das klingt ja, als sei das sehr produktiv auch. Also nicht nur kreativ, sondern auch produktiv. Cool.
Antje Eichhorn | produktfarm®
Das ist es. Tatsächlich kann man es logisch auch ein bisschen ausrechnen. Ich weiß, dass 60 Ideen dabei rauskommen, die verspreche ich auch, aber die braucht man eben nicht alle. Aber man braucht auch mehr Ideen als eine einzelne am Ende. Denn so wie es mir auch damals widerfahren ist, gerade wenn wir über Gründung sprechen - man muss sich eine Varianz an Ideen erhalten, damit man dann noch Spielraum hat für den Fall, dass doch mal eine Marke schon angemeldet ist, oder was ich in der Nachbereitung in dem Workshop Konzept dann auch mit anbiete, ist eine Anleitung zum Kundenforschungs-Test. Dass man sich da mal so ein Stimmungsbild von seinen potenziellen Kunden einholt, um zu gucken, ob das, was man sich selber verspricht von dem Namen, beim Kunden dann eben auch ankommt.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Das erinnert mich an eine wichtige Regel, wenn es ums Schreiben geht, die lautet: "Kill your darlings". Ich schreibe ja auch, und weiss dass es manchmal echt schwierig ist. Weil dann hast du schon einen Absatz geschrieben, oder du hast eine bestimmte Idee für eine Handlung, oder wenn du im Fachbuch / Sachbuch Bereich was schreibst, dann denkst du, das ist total wichtig als Argument. Und die Empfehlung ist tatsächlich, sich davon zu trennen, weil das wie wir am Anfang schon gesagt haben, im Zweifelsfall für dich selbst total klar und ersichtlich und wichtig ist, aber für die Leserschaft nicht. Und die ist ja letztendlich relevant an der Stelle. Das kann ich mir gut vorstellen, dass das bei den Namensideen auch so ist, dass man als Team, vielleicht auch gerade weil das so ein kreativer Prozess ist, an irgendetwas besonders hängt und das aber dann nicht funktioniert. Das ist wahrscheinlich auch emotional nicht so leicht, oder?
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, das stimmt. Und genau dafür macht man es auch. Wenn man es richtig angeht, kann man den Namen später für sich arbeiten lassen. Und wir reden hier über Wirtschaft. Ein Name, ein Markenname hat eine Funktion, der soll etwas für einen tun. Das ist ganz wichtig, sich da einen Spiegel zu holen. Und der kann dir trotzdem noch emotional etwas bedeuten. Also ich kann das eigentlich immer nur an meinem Beispiel erzählen. Ich war damals überhaupt nicht amüsiert, dass ich den Namen wechseln musste und habe tatsächlich noch versucht mit einem Anwalt zu klären, ob nicht doch die Chance besteht, den doch zu meinem Namen zu machen. Und musste dann einfach einsehen, dass das nicht drin ist. Also Markenschutz ist Markenschutz - also, ich bin sehr unmotiviert an die neue Namenssuche gegangen.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Weil das geschmerzt hat, dass du den Namen nicht nehmen konntest.
Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, genau. Und man ist dann auch so gefangen von dieser einen Idee, von der man denkt, dass die alles abdeckt was man im Namen haben wollte. Also das war gar nicht so einfach. Insofern kann ich das gut nachvollziehen. Und der wichtige Rat in dieser Situation ist, einfach weitergehen. In den Schmerz atmen und weitermachen.
Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ja, genau. Auch wenn es wehtut. Sich den Schmerz kurz einmal bewusst machen und wissen, den braucht es manchmal vielleicht auch, damit es dann danach auch besser werden kann.
Von Antje Eichhorn
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Wenn ihr im Team gründet ist es wichtig für Euch, die Kunst der gemeinsamen Entscheidungsfindung zu meistern. Auch wenn ihr Euch schon vor der Gründung kanntet, vielleicht sogar Kollegen wart, ist es nicht unwahrscheinlich dass ihr während der Gründung neue Fascetten an Euch entdecken werdet.
Plötzlich gehen Entscheidungen nicht mehr so leicht von der Hand, wie erwartet.
Denn Entscheidungen berühren Wertvorstellungen, Wünsche und zukünftige Ziele. Je mehr ihr hier auseinander liegt, desto mehr Zeit solltet ihr zu Beginn einkalkulieren, wenn es darum geht zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen.
Tatsächlich scherze ich manchmal dass eine gemeinsame Firma haben ein bißchen ist, wie verheiratet sein. Man will die nächsten Jahre gemeinsam und erfolgreich bestreiten. Je länger man sich kennt, verstehen lernt und erlebt, desto besser gelingt es meistens, gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Warum? Weil man bereits Erfahrung gesammelt hat - miteinander und mit den verschiedenen Ansichten die jeder hat.
Macht Euch einfach klar, dass ihr nicht in allen Punkten 100prozentige Einigkeit erreichen müsst. Es geht für Euch zu Beginn vor allem darum, einen gemeinsamen roten Faden zu finden.
Wenn Euch das gelingt, könnt ihr die grundlegende Marschroute festlegen. Dann muss nicht mehr bei jeder Entscheidung die ansteht, die Sinnfrage gestellt werden. Denn ihr kennt Eure Standpunkte bereits.
Dazu gehört auch, das jeder für sich reflektiert, an welchen Punkten er ein bisschen loslassen kann. Und so werden die Entscheidungen entlang des Weges kleiner.
Einen festen Rahmen vereinbaren
Eine der ersten Nagelproben in Sachen gemeinsame Entscheidungen ist häufig der passende Firmenname. Es ist keine Seltenheit, dass Teams mehrere Monate nach dem passenden Namen suchen. Denn das Thema Namensfindung ist komplex.
Je mehr Faktoren einer Entscheidung innewohnen desto mehr Zeit braucht es, um eine Gute zu treffen. Und wenn dann nicht nur ein Entscheidungsträger involviert ist sondern 1,2,3,... - dann wird der Prozess der Entscheidungsfindung schnell mühsam.
Darum empfehle ich Euch, einen festen Rahmen für Eure Entscheidungsfindung zu suchen. Dann werdet ihr schneller zum Ziel kommen.
Ein guter Name ist vor allem eines: gut durchdacht. Es gibt allerhand Kriterien die einen guten Namen kennzeichnen und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten.
Falls Du pragmatisch veranlagt bist kommst Du nun vielleicht zu dem Schluß dass man diese Kriterien von Anfang an kennen und für die Namensuche nutzen sollte. Der Meinung bin ich nicht (weswegen ich die Kriterien hier auch nicht nenne).
Denn wenn ihr von Beginn an solch einem pragmatischen Ansatz folgt, dann bringt ihr Euch um die Möglichkeit zu träumen, zu fantasieren und in Bildern zu denken.
Dabei geht es genau darum - um das Entwickeln einer gemeinsamen Vision. Denn diese Vision, dieses gemeinsame Bild davon wie ihr Euch die Zukunft Eures Unternehmens wünscht, wird Euch als Team langfristig zusammenschweißen und beflügeln.
Die Auswahl-Kriterien sind zwar kriegsentscheidend um am Ende einen guten Namen auszuwählen, aber im Prozess der Namensuche zweitranging. Hier sollte es vor allem darum gehen, die Namensfindung zur Identitätsfindung zu nutzen. Als Solopreneur ebenso wie im Team.
In Workshop in a Box® - für Unternehmensnamen habe ich mein gesamtes Wissen zur Namensfindung gebündelt. Zu meiner Freude höre ich immer wieder von Teilnehmern, dass das Format einen Raum bietet in dem sie ganz anders als bisher über ihre Unternehmensidee nachdenken konnten. Genau dadurch klären sich noch viele Feinheiten, die später vielleicht zu Überraschungen geführt hätten.
Doch nicht nur das - die "demokratischen Prozesse" zur Entscheidungsfindung helfen besonders Teamgründern dabei, auf eine gemeinsame Linie zu kommen. Das geschieht alles noch im Workshop, während der Ideenfindung. Und erst wenn diese abgeschlossen ist, bekommt ihr die elf Kriterien an die Hand die Euch zu Eurem marktrelevanten Namen führen.
Wenn Du jetzt neugierig geworden bist, dann ist Workshop in a Box® - für Unternehmensnamen vielleicht auch für Euch ein geeignetes Format, mit dem ihr die Namensfindung dazu nutzen könnt, eine gemeinsame Vision von Eurem Unternehmen zu entwickeln? Dann nutzt doch die Chance, unverbindlich und kostenlos einen Blick ins erste Modul zu werfen - einfach HIER KLICKEN, anmelden und loslegen.
Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle

Ein guter Firmenname soll mehr können, als gut zu klingen. Er kann etwas darüber vermitteln, wofür dein Unternehmen steht, Interesse wecken und zu einem wichtigen Bestandteil seiner Identität werden. Und genau deshalb bin ich überzeugt: Du solltest deinen Firmennamen selber finden.
Das bedeutet nicht, dass du auf professionelle Unterstützung verzichten musst. Aber die Vorstellung davon, was dein Unternehmen einmal sein soll, sollte im Zentrum der Namensfindung stehen – und die kann dir niemand abnehmen. Keine Agentur, kein Namensgenerator und auch keine KI.
Denn niemand kennt die Vision deines zukünftigen Unternehmens so von innen wie du.
Gerade am Anfang einer Gründung ist vieles möglicherweise noch nicht vollständig formuliert. Vielleicht kannst du dein zukünftiges Unternehmen noch nicht in drei präzisen Sätzen beschreiben. Trotzdem existieren bereits Vorstellungen, Werte, Ambitionen und ein Gefühl dafür, was du erschaffen möchtest.
Diese Innenperspektive besitzt kein externer Experte.
Andere können deine Ideen verstehen, Fragen stellen, Zusammenhänge erkennen oder dir helfen, deine Gedanken zu strukturieren. Sie können aber nicht selbst empfinden, was du mit diesem Unternehmen verbindest und welche Vorstellung du von seiner Zukunft hast.
Eine der Aufgaben der Namensfindung besteht deshalb darin, etwas, das zunächst vielleicht nur als Vorstellung oder Gefühl existiert, sprachlich greifbar zu machen.

Der Firmenname kann zu einem der ersten Berührungspunkte mit deinem Unternehmen werden.
Menschen lesen, hören und verwenden ihn – und verbinden mit ihm Vorstellungen und Assoziationen.
Unabhängig davon, ob du zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst eine Marke aufbaust, wird dein Firmenname zu einem zentralen Markenelement.
Deshalb verdient diese Entscheidung von Beginn an Aufmerksamkeit.
Nicht, weil es den einen perfekten Namen gäbe. Sondern weil ein Name die Möglichkeit bietet, etwas von der Identität und Richtung deines Unternehmens bereits in wenigen Worten – manchmal sogar in einem einzigen – spürbar zu machen.
Deine Vision ist nicht nur für die Namensfindung relevant. Sie kann dir auch später Orientierung geben, wenn Entscheidungen über Produkte, Positionierung oder die weitere Entwicklung deines Unternehmens anstehen.
Diese innere Vorstellung ist deshalb keine Nebensache im Gründungsprozess. Sie ist eine Ressource.
Und genau hier liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen Unterstützung bekommen und die Namensfindung abgeben.
Du brauchst niemanden, der dir deine Unternehmensidentität erfindet.
Was dir möglicherweise fehlt, ist ein guter Prozess, der dir hilft, das sichtbar und sprachlich greifbar zu machen, was in deiner Vorstellung bereits angelegt ist.

Bei der Namensfindung treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander.
Ein Name soll zu dem Unternehmen passen, das du aufbauen möchtest. Gleichzeitig existiert dieses Unternehmen nicht im luftleeren Raum. Der Name muss auch nach außen funktionieren und sich in einem realen Markt behaupten können.
Ein guter Naming-Prozess schafft deshalb einen Rahmen, in dem deine Vision, kreative Möglichkeiten und strategische Anforderungen zusammenkommen können.
Die entscheidenden Gedanken und Entscheidungen bleiben dabei bei dir.
Denn professionelle Struktur und eigene Kreativität schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Ein guter Prozess kann dir den Raum geben, deine eigene Vorstellungskraft gezielt für die Namensentwicklung einzusetzen.
Wie sehr diese Aussage von mir zutrifft, wurde 2020 beim „Wir vs. Virus“-Hackathon noch einmal sehr deutlich.
Als Mentorin wurde ich von einem Team gebeten, die Namensfindung für sie zu übernehmen. Ich habe abgelehnt – nicht, weil ich sie damit alleinlassen wollte, sondern weil ich überzeugt war, dass der Name aus dem Team selbst entstehen sollte.
Stattdessen habe ich sie eingeladen, meinen Vortrag über Namensfindung zu besuchen.
Kurz danach bekam ich diese E-Mail:
"Vielen Dank für deine Unterstützung. Du hast tatsächlich recht – der Name muss vom Team kommen: Wir haben lange zusammengesessen und unterschiedliche Wörter immer wieder miteinander verknüpft und ihn in Use Cases uns vorgespielt („hey, wenn die Enkelkinder wieder nicht kommen, ruf doch mal bei Silberdraht an“) und dann einige Kandidaten entwickelt. Am „Silberdraht“ blieb aber die ganze Gruppe immer wieder hängen"
Der Name Silberdraht kam nicht von mir. Und genau das ist mein Punkt.
Meine Aufgabe bestand nicht darin, dem Team einen Namen zu geben.
Ich konnte ihnen mein Wissen und einen Rahmen zur Verfügung stellen – die Verbindung zu ihrer Idee und die Entscheidung blieben bei ihnen.
Die eigene Vision ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Namensfindung.
Sie ist trotzdem nicht das einzige, was zählt.
Denn dein zukünftiger Firmenname begegnet später Kunden, Geschäftspartnern und anderen Menschen, die deine persönliche Verbindung zu ihm zunächst nicht kennen. Er steht in einem Marktumfeld und muss dort als Name funktionieren.
Auch rechtliche Fragen sind relevant. Dafür ist meine Namensfindung von produktfarm® ein gutes Beispiel.
Ich hatte früh mit der Suche begonnen und bereits einen Wunschnamen entwickelt.
Dann stellte ich fest, dass dafür schon eine Marke registriert war.
Damit musste ich noch einmal neu anfangen – und inzwischen war der zeitliche Spielraum deutlich kleiner geworden.
Also tat ich für mich selbst das, was ich sonst für meine Kunden tat:
Ich entwickelte einen strukturierten Prozess für die Namensfindung. Und das Ergebnis war produktfarm®.
Mit produktfarm® bin ich bis heute sehr glücklich.
Der Name vermittelt etwas von dem, womit ich mich beschäftige, und ich habe mehrfach Rückmeldungen bekommen, dass bereits der Name Interesse an meiner Arbeit geweckt hat.
Das zeigt, der Name vermittelt bereits vor dem ersten Gespräch etwas über ein Unternehmen. Aber mein Firmenname hat noch eine zweite Funktion bekommen, mit der ich bei seiner Entwicklung gar nicht in diesem Umfang gerechnet hatte:
Er gibt auch mir selbst Orientierung.
produktfarm® hat mir immer wieder geholfen, bei der Weiterentwicklung meines Unternehmens den roten Faden zu erkennen.
Die Idee, die im Namen steckt, hat immer wieder die Richtung gezeigt und ist stetig gewachsen.
Ein guter Firmenname wirkt deshalb nicht nur nach außen.
Er kann auch nach innen zu einem Referenzpunkt für die eigene Unternehmensentwicklung werden.
Gerade am Anfang hast du als Gründerin die Möglichkeit, deinem Unternehmen bewusst eine Richtung und eine Sprache zu geben. Der Name ist eine der ersten Entscheidungen, in denen beides sichtbar werden kann.
Du bringst dafür etwas Entscheidendes bereits mit: deine Innenperspektive auf das Unternehmen, das entstehen soll.
Was du nicht automatisch mitbringen musst, ist das Wissen darüber, wie aus dieser Vorstellung ein tragfähiger Unternehmensname entsteht.
Und genau dafür habe ich Workshop in a Box® – Unternehmensnamen finden entwickelt.
Du bekommst einen professionell strukturierten Prozess für deine Namensfindung, ohne die wichtigste Aufgabe aus der Hand zu geben: deinen eigenen Namen zu entwickeln und zu entscheiden, welcher davon wirklich zu deinem Unternehmen passt.
Dein Firmenname soll von dir kommen.
Aber du musst den Weg dorthin nicht selbst erfinden.
Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle