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Die produktive Seite von Erholung

Die Kunst des Innehaltens - warum Pausen zum kreativen Prozess gehören und nicht jeder produktive Moment nach Produktivität aussieht

Wir leben in einem Zeitalter, in dem es ziemlich normal geworden ist, sich ständig alles und dann noch ein bisschen mehr abzuverlangen: mehr Selbstoptimierung, mehr Output, mehr Sichtbarkeit, mehr Erfolg.

Besonders als Solo-Selbstständige oder Unternehmerin – und erst recht, wenn du neben deiner Arbeit viel Verantwortung für andere trägst – konkurrieren viele Dinge gleichzeitig um deine Aufmerksamkeit.

Und so kann es passieren, dass du dich zwischen all deinen Aufgaben und Verpflichtungen irgendwann selbst aus dem Blick verlierst.

Das meine ich übrigens genauso, wie es da steht:

Du dich verlierst. Du. Dich.

Die eigene Pause rutscht noch ein bisschen weiter nach hinten, weil gerade etwas anderes wichtiger erscheint. Und häufig sind es Dinge, die von außen sichtbar oder erwartbar sind: Output, Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Verfügbarkeit, Produktivität.

Innehalten dagegen produziert erst einmal – nichts.

Zumindest nichts, was man unmittelbar sehen kann.

Und genau deshalb wird es so leicht unterschätzt.

Kreativ sein, und Kreativität führen sind zwei verschiedene Dinge

Ich arbeite seit 22 Jahren professionell mit kreativen Prozessen.

Dabei hat sich mein eigener Umgang mit Kreativität über verschiedene Stadien entwickelt.

Zuerst musste ich lernen, meine eigene Kreativität zu verstehen und zu führen. Dann, mit ihr produktiv zu sein. Später, sie strategisch einzusetzen.

Irgendwann begann ich, andere Menschen professionell durch Kreativitätsprozesse zu führen. Und schließlich wurde es Teil meiner Arbeit als Mentorin, andere dabei zu unterstützen, ihre eigene Kreativität selbst zu führen.

Was ich dabei gelernt habe:

Einen kreativen Prozess gut zu führen bedeutet nicht nur zu wissen, wann es Zeit ist, Ideen zu entwickeln, weiterzudenken oder ins Machen zu kommen. Es bedeutet genauso zu erkennen, wann es Zeit ist, aufzuhören.

Innehalten ist für mich deshalb nicht einfach Erholung von kreativer Arbeit.

Es ist Teil der professionellen Führung eines kreativen Prozesses.

Pausen sind keine Produktivitäts-Killer

Ganz im Gegenteil: Das ständige Aufschieben von Pausen kann irgendwann zum Killer deiner Kreativität werden. Denn länger an einer Aufgabe zu sitzen bedeutet nicht automatisch, besser an ihr zu arbeiten.

Gerade kreative Arbeit braucht nicht nur Phasen intensiver Auseinandersetzung.
Sie braucht auch Momente, in denen wir Abstand gewinnen können.

Nur manchmal ist genau das schwierig, denn Aktivität fühlt sich nach Arbeit an.
Innehalten hingegen schnell wie Zeitverschwendung.

Dabei kann gerade in einem kreativen Prozess auch dann etwas in Bewegung bleiben, wenn von außen gerade kein sichtbarer Output entsteht.

Stell dir dein Gehirn wie einen Muskel vor

Natürlich ist dein Gehirn biologisch kein Muskel – aber als Bild finde ich den Vergleich hilfreich: Auch unsere kognitive Leistungsfähigkeit profitiert nicht automatisch davon, dass wir sie ohne Unterbrechung beanspruchen. Wenn wir lange konzentriert an einer Aufgabe arbeiten, kann mentale Ermüdung entstehen und unsere Aufmerksamkeit nachlassen.

Beim körperlichen Training kämen wir schließlich auch nicht auf die Idee, dass mehr Belastung automatisch immer mehr Leistungsfähigkeit bedeutet. Belastung und Regeneration gehören zusammen.

Und genau dieses Bild hilft mir dabei, meinen Mentees das Verständnis für kreative Arbeit nahezubringen.

Was die Forschung über Unterbrechungen zeigt

Auch die Forschung zur Aufmerksamkeit liefert Hinweise darauf, dass Unterbrechungen nicht zwangsläufig der Feind konzentrierter Arbeit sind.

Eine Untersuchung von Alejandro Lleras und Atsunori Ariga an der University of Illinois zeigte beispielsweise, dass kurze Unterbrechungen bei einer länger andauernden Aufgabe helfen können, einen ansonsten auftretenden Leistungsabfall über die Zeit zu reduzieren.

Das bedeutet nicht, dass jede Pause automatisch kreativer oder produktiver macht. Und es bedeutet auch nicht, dass wir nur oft genug Pause machen müssen und anschließend zuverlässig die geniale Idee bekommen.

Aber es stellt eine Annahme infrage, die sich hartnäckig hält: nämlich dass Weiterarbeiten automatisch die produktivere Entscheidung ist.

Auch in der Kreativitätsforschung ist das Phänomen bekannt, dass Abstand von einer Aufgabe eine Rolle bei Problemlösungsprozessen spielen kann. Solche Inkubationsphasen sind besonders interessant, weil kreative Arbeit damit nicht ausschließlich aus den Momenten besteht, in denen wir sichtbar und bewusst an einer Lösung arbeiten.

Vielleicht kennst du selbst diesen Moment:
Du denkst und denkst und kommst nicht weiter – und irgendwann, während du längst etwas völlig anderes machst, ist sie plötzlich da.

Die Idee.

Nicht auf Bestellung. Nicht zuverlässig. Und nicht, weil Pausen irgendein magischer Kreativitätshack wären.

Aber eben auch nicht unbedingt dann, wenn du mit maximaler Willenskraft weiter auf das Problem starrst.

Als ich aufgehört habe zu rauchen, habe ich versehentlich auch meine Pausen abgeschafft

Das ist mir irgendwann an mir selbst aufgefallen.

Früher war ich Raucherin. Dann habe ich aufgehört- eine gute Entscheidung. Nur hatte sie einen Nebeneffekt, den ich zunächst überhaupt nicht bemerkt habe: Mit den Zigaretten verschwanden auch meine selbstverständlichen Mini-Breaks.

Als Raucherin hatte ich fünf Minuten Pause nie infrage gestellt. Ohne Zigarette musste ich erst wieder lernen, dass fünf Minuten Innehalten nicht plötzlich weniger legitim sind, nur weil ich keinen gesellschaftlich akzeptierten Grund mehr dafür in der Hand halte.

Das finde ich bis heute bemerkenswert.

Denn Raucher schaffen es erstaunlich zuverlässig, irgendwo fünf Minuten für eine Zigarette unterzubringen. Ohne Zigarette behandeln wir dieselben fünf Minuten schnell wie Luxus.

Eine Pause braucht aber keine Rechtfertigung.

Und erst recht muss sie nicht jedes Mal mit einer messbaren Produktivitätssteigerung zurückbezahlt werden.

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Achtung, Flasche leer

Gerade in kreativen Prozessen gibt es Momente, in denen man glaubt festzustecken.

Man schreibt, gestaltet, entwickelt, tüftelt – und trotzdem bewegt sich plötzlich nichts mehr.
Vielleicht versucht man noch eine Runde. Und noch eine.

Manchmal ist genau das richtig, und manchmal nicht.

Denn nicht jede kreative Blockade verlangt nach mehr Input, mehr Konzentration oder noch mehr Zeit am Schreibtisch.

Professionelle Kreativität bedeutet für mich auch, diesen Unterschied ernst zu nehmen.

Ein kreativer Prozess lässt sich führen.
Aber er lässt sich nicht vollständig kontrollieren oder durch permanente Aktivität erzwingen.

Und genau deshalb kann Abstand eine bewusste Entscheidung innerhalb kreativer Arbeit sein.

Nicht als Flucht vor der Aufgabe.

Nicht als Zeichen dafür, dass man gescheitert ist.

Sondern als Teil des Prozesses.

Produktivität ist nicht nur sichtbarer Output

Ich bin sehr dafür, kreativ und produktiv zu sein.

Ich habe selbst lernen müssen, meine Kreativität nicht nur sprudeln zu lassen, sondern sie so zu führen, dass daraus tatsächlich etwas entsteht. Später kam die nächste Ebene hinzu: nicht nur Dinge zu produzieren, sondern Kreativität strategisch einzusetzen.

Deshalb geht es mir nicht darum, Produktivität gegen Kreativität auszuspielen.

Im Gegenteil.

Es geht darum, unseren Begriff von Produktivität innerhalb kreativer Prozesse zu erweitern.

Nicht jeder wertvolle Moment produziert sofort ein sichtbares Ergebnis. Nicht jede Pause ist verlorene Zeit. Und nicht jede Stunde, die wir weiterarbeiten, bringt ein Projekt tatsächlich weiter.

Kreativität professionell zu führen bedeutet deshalb auch, zwischen diesen Zuständen unterscheiden zu lernen.

Wann braucht ein Prozess Energie und Bewegung? Wann braucht er eine Entscheidung? Und wann braucht er einfach Raum?

Die Antworten darauf sehen nicht bei jedem Menschen und nicht in jedem kreativen Prozess gleich aus.

Genau darin liegt für mich die Kunst des Innehaltens.

Nicht darin, möglichst viele Mini-Breaks in einen ohnehin schon durchoptimierten Arbeitstag zu quetschen.

Sondern darin, Innehalten als das anzuerkennen, was es sein kann:

ein selbstverständlicher Teil guter kreativer Arbeit.

Kreative Selbstführung lernen

Viele Ideen zu haben ist eine Stärke.
Zu erkennen, welche davon Raum brauchen, welche Richtung und welche du nicht weiterverfolgen solltest, ist kreative Selbstführung.

Genau dabei begleite ich Menschen, die aus ihrer Kreativität etwas Substanzielles entwickeln wollen.

Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle

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Kreative Prozesse:
Ein Deep Dive ins kreative Chaos (ja, es ist messy)

Warum kreative Prozesse Chaos brauchen, und Struktur trotzdem entscheidend ist

Kreative Prozesse können begeistern, überraschen und gleichzeitig ganz schön herausfordern. Denn dort, wo etwas Neues entsteht, lässt sich nicht jeder Schritt im Voraus planen.

Als Unternehmerin oder Solo-Selbstständige laufen bei dir wahrscheinlich ohnehin unterschiedliche Aufgaben, Rollen und Projekte zusammen. Kreative Prozesse verlangen dabei eine besondere Form von Flexibilität, weil ihr Verlauf nicht vollständig vorhersehbar ist.

Wenn gleichzeitig viele Anforderungen Aufmerksamkeit beanspruchen, kann sich ein ohnehin komplexer kreativer Prozess schnell chaotisch anfühlen. Dieses Gefühl von Chaos muss jedoch kein Hinweis darauf sein, dass etwas schiefläuft.

Kreative Prozesse verlaufen häufig nicht linear. Phasen des Öffnens, Suchens und Verwerfens können zunächst unübersichtlich wirken – obwohl genau dort Neues entstehen kann.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht unbedingt, wie du das Chaos möglichst schnell beseitigst. Sondern ob du erkennst, was dein kreativer Prozess gerade braucht.

Nicht-linear bedeutet nicht unstrukturiert

Kreative Prozesse folgen selten einer vollkommen linearen Logik. Eine Idee führt zur nächsten, neue Erkenntnisse verändern bisherige Annahmen und vermeintliche Umwege können plötzlich relevant werden.

Gerade in diesen offenen Phasen kann wertvolles Potenzial liegen. Solange Ideen nicht vorschnell bewertet oder auf eine Lösung verengt werden, bleibt Raum für ungewöhnliche Verbindungen und unerwartete Möglichkeiten.

Das, was sich wie Chaos anfühlt, kann also schlicht bedeuten:
Es sind gerade mehr Möglichkeiten vorhanden, als bereits Entscheidungen getroffen wurden.

Das ist ein wichtiger Unterschied, denn Chaos ist nicht das Ziel eines kreativen Prozesses.
Offenheit schon.

Struktur ist nicht der Gegenspieler von Kreativität

Viele unserer Arbeits- und Planungssysteme sind linear organisiert. Kreative Prozesse sind es häufig nicht.

Das Gefühl von Chaos kann deshalb auch dort entstehen, wo wir versuchen, einen nicht-linearen Prozess in eine lineare Arbeitslogik zu pressen.

Dabei brauchst du dich nicht zwischen Kreativität und Struktur zu entscheiden. Ein guter kreativer Prozess braucht beides – nur nicht immer gleichzeitig.

Es gibt Phasen, in denen Möglichkeiten entstehen dürfen. Andere, in denen Zusammenhänge sichtbar werden müssen. Irgendwann braucht es Bewertung und Entscheidung. Und schließlich müssen ausgewählte Ideen ihren Weg in die Umsetzung finden.

Die Funktionen dieser Phasen unterscheiden sich.

Wer während des Öffnens bereits jede Idee bewertet, kann Möglichkeiten begrenzen, bevor sie sich entwickeln konnten. Wer dagegen immer weiter öffnet, wenn längst Entscheidungen gebraucht werden, produziert irgendwann mehr Möglichkeiten, als für das Vorhaben hilfreich sind.

Gute Struktur begrenzt Kreativität nicht, sondern gibt ihr einen Rahmen, in dem sie wirksam werden kann.

Vielleicht bist du gar nicht chaotisch

Nicht jede Phase eines kreativen Prozesses fällt jedem Menschen gleich leicht.

Manche öffnen mühelos immer neue Möglichkeiten, stellen Verbindungen her und entwickeln eine Idee nach der anderen – tun sich aber schwerer damit, diesen Raum wieder zu verkleinern.

Andere suchen früh nach Struktur und Entscheidungen. Das kann eine große Stärke sein, kann aber auch dazu führen, dass Möglichkeiten bewertet werden, bevor sie sich wirklich entfalten konnten.

Ich selbst gehöre eher zu den Menschen, denen das Öffnen leichtfällt. Gedanken und Ideen sprudeln zu lassen, ist für mich selten das Problem. Interessanter wird der Moment, an dem aus all diesen Möglichkeiten wieder eine Richtung entstehen soll.

Das ist für mich ein wichtiger Perspektivwechsel: „Ich bin chaotisch“ ist etwas anderes als „Mir fällt eine bestimmte Phase des kreativen Prozesses leichter als eine andere.“

Im ersten Fall machen wir aus einer Situation schnell eine Eigenschaft unserer Person. Im zweiten können wir betrachten, welche Fähigkeiten bereits stark ausgeprägt sind – und an welcher Stelle der Prozess mehr Unterstützung oder Struktur braucht.

Kreative Prozess brauchen unterschiedliche Denkbewegungen

Ein kreativer Prozess verändert sich, während er voranschreitet.

Am Anfang braucht es häufig mehr Raum für Möglichkeiten als für Entscheidungen. Später müssen Zusammenhänge sichtbar werden und aus vielen Optionen entsteht eine Auswahl. Irgendwann verschiebt sich der Schwerpunkt von Exploration zu Entscheidung und schließlich zur Umsetzung.

Diese Bewegungen widersprechen sich nicht. Sie gehören zum selben Prozess.

Schwierig wird es eher dann, wenn wir in einer Denkbewegung hängenbleiben.

Wer immer neue Möglichkeiten produziert, obwohl längst eine Entscheidung ansteht, verliert möglicherweise die Richtung. Wer Entscheidungen erzwingt, obwohl wesentliche Fragen noch offen sind, schließt möglicherweise Optionen zu früh.

Die entscheidende Kompetenz besteht deshalb nicht darin, einen kreativen Prozess möglichst schnell in Ordnung zu bringen.

Sie besteht darin, zu erkennen, welche Art von Offenheit oder Struktur der Prozess gerade braucht.

Nicht jeder Fortschritt ist sofort sichtbar

Gerade bei komplexer kreativer Arbeit entsteht Fortschritt nicht immer linear und nicht jeder Entwicklungsschritt ist unmittelbar von außen sichtbar.

Manchmal verändert eine neue Erkenntnis das bisherige Bild. Manchmal stellt sich eine vermeintlich vielversprechende Idee als Sackgasse heraus. Und manchmal braucht es Abstand oder einen Perspektivwechsel, bevor Zusammenhänge erkennbar werden.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Prozess ins Stocken geraten ist.

Auch nach einer Entscheidung bleibt kreative Arbeit beweglich. Neue Erkenntnisse können dazu führen, dass Annahmen, Ideen oder bereits geplante Schritte noch einmal angepasst werden.

Flexibilität bedeutet dabei nicht, jeder neuen Idee hinterherzulaufen. Sie bedeutet, beweglich zu bleiben, ohne die Richtung aus dem Blick zu verlieren.

Ist es kreatives Chaos – oder braucht dein Vorhaben Richtung?

Nicht jedes Chaos muss beseitigt werden. Und nicht jedes Chaos ist produktiv.

Manchmal befindet sich ein Vorhaben genau in der offenen Phase, die es gerade braucht. Manchmal sind schlicht viele Möglichkeiten gleichzeitig sichtbar. Und manchmal ist tatsächlich der Punkt erreicht, an dem mehr Ideen nicht mehr weiterhelfen und eine Entscheidung gebraucht wird.

Von innen ist dieser Unterschied nicht immer leicht zu erkennen.

Und genau deshalb ist für mich die entscheidende Frage nicht:

„Wie bekomme ich dieses Chaos weg?“

Sondern:

„Was braucht dieses Vorhaben jetzt, damit es sich in die richtige Richtung weiterentwickeln kann?“

Genau an dieser Stelle setze ich mit Product Intervention an.

Ich komme nicht mit einer fertigen Antwort und auch nicht mit der sprichwörtlichen Schere. Wir schauen zunächst darauf, was bereits da ist, wo dein Vorhaben steht, welche Möglichkeiten darin liegen und wo möglicherweise eine Entscheidung gebraucht wird.

Denn ein junges Vorhaben kann Richtung brauchen. Ein etabliertes kann von einem neuen Blick auf gewachsene Strukturen profitieren. Ein angeschlagenes braucht vielleicht eine andere Form von Aufmerksamkeit. Und auch etwas, das gerade kräftig wächst, kann an einen Punkt kommen, an dem Wachstum beginnt zu wuchern.

Bevor etwas verändert wird, sollten wir verstehen, was da eigentlich wächst – und wohin es wachsen soll.

Product Intervention
Nähre nur, was wachsen soll.

Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle

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Visualisierung als strategisches Prinzip

Warum Visualisierung komplexe Vorhaben leichter macht

Kennst du das Gefühl, dass so viele Dinge gleichzeitig deine Aufmerksamkeit fordern, dass es schwierig wird, das Wesentliche im Blick zu behalten?

Als Solo-Selbstständige, Kreative oder Unternehmerin laufen bei dir wahrscheinlich viele unterschiedliche Aufgaben und Themen zusammen – von der Arbeit mit Kunden über Content bis zur Entwicklung neuer Ideen, Angebote und Projekte. Je mehr Themen gleichzeitig relevant werden, desto wichtiger wird eine Struktur, die dir Orientierung gibt und Prioritäten sichtbar macht.

Visualisierung kann dir dabei helfen, Gedanken zu ordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und klarer zu erkennen, was jetzt wirklich relevant ist.

Was bedeutet Visualisierung überhaupt?

Visualisierung ist nichts anderes als das bildhafte Darstellen von Ideen, Zielen und Prozessen.

Das Prinzip ist einfach – seine Wirkung auf den Umgang mit komplexen Zusammenhängen kann jedoch erheblich sein.

Gerade wenn viele Informationen gleichzeitig relevant sind, kann ihre räumliche und visuelle Darstellung einen entscheidenden Unterschied machen. Werden Gedanken sichtbar, lassen sich einzelne Aspekte leichter in Beziehung zueinander setzen.

Das große Ganze wird erkennbarer – und damit häufig auch, was Priorität hat.

Warum Visualisierung den Fokus unterstützt

Visuelle Darstellungen können Informationen anders zugänglich machen als rein lineare Texte oder Listen. Besonders bei komplexen Themen ermöglichen sie, mehrere Elemente und ihre Beziehungen gleichzeitig wahrzunehmen.

Eine sichtbare Darstellung deiner Ziele und Pläne schafft dabei einen stabilen Referenzpunkt: Du kannst immer wieder zum Gesamtbild zurückkehren und prüfen, was gerade relevant ist.

Für kreative und komplexe Prozesse gilt für mich deshalb eine einfache Grundregel:
Alles an die Wand bringen.

Visualisierung ist mehr als ein Tool

Sobald Gedanken, Pläne und zeitliche Zusammenhänge gleichzeitig sichtbar werden, verändert sich der Blick auf ein Vorhaben.

Einzelne Elemente stehen nicht mehr isoliert nebeneinander. Zusammenhänge, Abhängigkeiten und möglicherweise auch Lücken werden sichtbar.

Gerade bei komplexen Projekten entsteht so eine zusätzliche Ebene des Verstehens: Nicht nur die einzelnen Bestandteile, sondern auch ihre Beziehungen zueinander werden erkennbar.

Und genau darin liegt für mich der eigentliche Wert von Visualisierung: Sie hilft nicht nur dabei, Informationen zu organisieren. Sie unterstützt dabei, ein System als Ganzes zu verstehen.

Was sich verändert, wenn das Ganze sichtbar wird

Welche Form der Visualisierung sinnvoll ist, hängt davon ab, was du gerade verstehen oder steuern möchtest. Ein komplexes Projekt braucht eine andere Darstellung als eine zeitliche Planung oder die Entwicklung einer neuen Idee.

Darum ist deshalb weniger das Tool als die Frage entscheidend:
Welche Informtationen musst du gleichzeitig sehen können, um gute Entscheidungen zu treffen? 

Damit wird Visualisierung zu mehr als einer hübscheren Form der To-do-Liste. Sie wird zu einem Instrument für Orientierung, Priorisierung und strategisches Denken.

Denn Komplexität entsteht nicht nur dadurch, dass viel zu tun ist. Sie entsteht auch dadurch, dass Informationen getrennt voneinander vorliegen und Zusammenhänge dadurch schwerer erkennbar werden.

Visualisierung macht sichtbar, was in Listen, Dokumenten und einzelnen Gedanken leicht verborgen bleibt: Zusammenhänge, Abhängigkeiten, Prioritäten und das große Ganze.

Und genau dieser Überblick schafft eine wichtige Voraussetzung für gute Entscheidungen – besonders dann, wenn viele Dinge gleichzeitig deine Aufmerksamkeit brauchen.

Bevor du entscheidest, was sich verändern soll

Manchmal reicht dieser neue Überblick bereits aus, um die nächsten Entscheidungen klarer zu sehen.
Manchmal zeigt er aber auch, dass es sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.

produktfarm® verwende ich gerne das Bild von einem Baum, um das zu verdeutlichen:

Ein junger Baum kann einen richtungsgebenden Schnitt brauchen, damit er eine tragfähige Struktur entwickelt. Ein alter Baum kann davon profitieren, wenn gewachsene Strukturen neu betrachtet werden. Ein kranker oder geschwächter Baum braucht vielleicht einen gezielten Eingriff. Und ein Baum, der gerade kräftig wächst, kann einen Schnitt brauchen, damit aus Wachstum kein Wildwuchs wird.

Doch bevor man zur Schere greift, sollte man den Baum verstehen.

Was ist da? Was ist gesund und tragfähig? Wohin entwickelt er sich gerade? Welche Möglichkeiten hat er? Und welche Entwicklung ist überhaupt gewünscht?

Denn nicht jeder Baum braucht einen Schnitt. Und wo ein Eingriff sinnvoll ist, sollte er mit Sachkunde, Bedacht und einem klaren Blick auf die weitere Entwicklung erfolgen.

Genau dieser Gedanke steckt in Product Intervention. 
Es geht dabei nicht darum, sofort die Schere anzusetzen. 

In Product Intervention betrachte ich zunächst den Zustand Angebots oder Vorhabens, seine Entwicklungsmöglichkeiten und deine Ziele. Dann mache ich relevante Zusammenhänge für dich sichtbar und du findest heraus, was jetzt wirklich deine Aufmerksamkeit braucht.

Nicht unbedingt, um sofort etwas zu verändern. Sondern um dir zu ermöglichen, eine fundierte Entscheidungsgrundlage dafür zu schaffen, was wachsen darf, was vielleicht Richtung braucht – und was du vielleicht nicht länger nähren möchtest.

Denn ein guter Schnitt beginnt nicht mit der Schere. Sondern mit einer guten Diagnose.

Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: Mix AI Generated / Photoshop
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Namensfindung ist eine große Herausforderung für
Gründer*innen & Unternehmen

In Claudias Podcast "Kaffee. Donut. Viertelstunde" unterhalten wir uns über die Herausforderung den "richtigen" Namen zu finden, unsere eigenen Erfahrungen damit und wie mein Naming Workshop "Workshop in a Box®" dich bei der Namensfindung  zum Ziel führt.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Antje, wir sind ja miteinander ins Gespräch gekommen, unter anderem zu dem richtig coolen digitalen Produkt, dass du entwickelt hast: den Naming Workshop "Workshop in a Box®" - Namensfindung Unternehmen. Weil du gerade erzähltest dass du ein Nachtmensch bist - hast du den Naming Workshop auch nachts entwickelt?

Antje Eichhorn | produktfarm®
Zu einem großen Teil bestimmt. Aber nicht nur. Dafür habe ich zu lange daran gearbeitet, das ging nicht nur nachts. Doch ich glaube diese Inspirations-Schübe, die kommen bei mir schon deutlich später am Tag.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ich fand ja, und finde nach wie vor deswegen diese Idee so spannend, weil sich der Naming Workshop "Workshop in a Box®" sich ja mit einem Problem beschäftigt, dass tatsächlich eigentlich jede und jeder hat, der gründet / die gründet. Und auch später, wenn es darum geht, dass man ein neues Produkt entwickelt oder irgendeine Art von Konzept. Weil irgendwie braucht ja so jedes Ding seinen Namen, sonst kann man damit nicht nach draußen gehen, sonst würde es eben nicht "marktrelevant", wie du es nennst.
Und ich fühlte mich, als wir darüber gesprochen haben, erinnert an die Zeit 2018. Ich bin ja im zehnten Jahr meiner Selbstständigkeit und habe aber 2018 den Firmennamen noch einmal gewechselt und habe echt - ich weiß nicht, wie viele Zugfahrten lang - Listen geschrieben, ich habe Freundinnen und Freunde gefragt, was denen einfällt und ich fand das unglaublich schwierig, zu so einem Namen zu kommen. Erzähl doch mal, wie du das mit dem Naming Workshop "Workshop in a Box®" machst.

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Antje Eichhorn | produktfarm®
Also vielleicht kann ich als erstes sagen, dass ich auf die Idee zu diesem digitalen Naming Workshop zum Selbermachen gekommen bin, als ich selbst gegründet habe. Als Strategieberaterin arbeite ich ja auf Produktentwicklungs- und Markenthemen und deswegen war mir selbst das ganz klar, wie wichtig der Name ist. Insofern habe ich lange damit Zeit verbracht, sozusagen "den perfekten Namen" zu finden. Und als ich ihn dann hatte, habe ich festgestellt, die Marke ist angemeldet und ich kann den Namen nicht benutzen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Das ist Murphys Gesetz, oder?

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, schon. Und dann stand ich quasi selber vor dem Problem, in sehr kurzer Zeit einen adäquaten neuen Namen zu finden. Und musste quasi meine eigenen Künste, die ich normalerweise in Workshops für andere Leute einsetze, auf mich selber anwenden. Und habe so dann in sehr kurzer Zeit meinen neuen Namen, also was heißt neuer Name - der alte war ja gar nicht möglich, also den Namen "produktfarm" mit einem selbst konzipierten Naming Workshop gefunden und bin damit total glücklich und habe immer gute Rückmeldung auch bekommen. Und später habe ich dann bei anderen Gründern erlebt, dass dieses ganze Thema Namensfindung sehr vernachlässigt wird. Entweder sie machen es wie ich und beschäftigen sich ewig und drei Tage damit und kommen nicht zum Punkt. Oder im Gegenteil, sie folgen ganz brav diesen Businessplan-Anwendungen, aber da kommt das Thema Name überhaupt gar nicht drin vor. Und dann stehen sie fünf vor zwölf vor der Kirche und müssen sich ganz schnell überlegen, wie sie heißen. Und so ist das eigentlich geboren worden mit dem digitalen Naming Workshop zum Selbermachen "Workshop in a Box®".

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Jetzt wird mir auch klar, woher möglicherweise die ganzen falsch apostrophierten Namen bei den unterschiedlichsten Läden, die man so sieht, kommen. Und als Germanistin krieg ich immer die Krise, wenn da so ein Apostroph steht, dass da eigentlich nicht hingehört. ...die waren vielleicht auch alle kurz vor zwölf vor der Kirche und haben gedacht "verdammt, wie nenne ich das denn jetzt?!"

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja - ich pflege auch eine Sammlung Friseur-Namen, weil das oft gute Beispiele dafür sind dass der Name für ein Unternehmen oder für einen Gründer auch wirklich eine Bedeutung hat. Und das ist aber schon fast der erste Fehler, den man machen kann. Man soll den Namen nicht für sich selber, also zumindest nicht nur für sich selber suchen. Sondern, wenn man es gut macht, dann kann man den auch für sich arbeiten lassen und damit Kunden auf sich aufmerksam machen.

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Ein von Moderation geführter Prozess, ohne einen Moderator anheuern zu müssen

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
So frei nach dem Motto "Der Köder soll ja dem Fisch schmecken und nicht dem Angler." Also davon, dass ich den Namen total cool finde und auch super gut verstehe was damit gemeint ist, gewinne ich ja keine Kunden. Und das war tatsächlich auch bei mir selbst der Grund, warum  ich von meinem alten Namen, der so eine Art Abkürzungs-Konstruktion aus meinem Nachnamen war, weg wollte, weil das irgendwie keiner auf die Kette gekriegt hat, was ich damit will und was das heißen soll.

Antje Eichhorn | produktfarm® Ja, das ist auch ganz typisch. Das ist aber auch so etwas gelerntes, dass man irgendwie denkt, dass man in diesen Akronymen (so nennt man einen zusammengesetzten Namen aus verschiedenen Anfangsbuchstaben) viel Inhalt unterkriegt. Aber meistens versteht das dann kein Mensch da draußen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ja, und es gibt eine zweite Sache in deinem "Workshop in a Box"-Konzept, die ich total spannend finde. Denn was du in diesem Naming-Workshop zum Selbermachen machst, ist tatsächlich eine Online Moderation ohne live dabei zu sein. Erzähl doch mal ein bisschen was über das Produkt. 

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, sehr gerne. Also es fängt damit an, dass man sicher erst einmal klar werden muss "Was für einen Namen suche ich überhaupt?" Das ist der Strategie-Teil, das wird angeleitet und damit kann jeder das Konzept dieses Naming Workshops auf sich selber und seine Situation individualisiert anpassen. Und dann wird auch noch erklärt, wie man den Workshop vorbereitet, worauf man achten muss. Es gibt Material zum Ausdrucken. Ich erkläre, welche Teilnehmer klug sind, dazu zu bitten. Das sind übrigens nicht unbedingt die, die man natürlicherweise fragen würde. Wie du einen guten Raum findest, und so weiter... Und dann gibt es einen ganzen Tag, an dem dieser Workshop digital vom Band läuft, sozusagen. Aber die Teilnehmer sitzen gemeinsam in einem Raum und erarbeiten diese verschiedenen Namensideen. Und das ist so aufgebaut, dass es am Anfang im Prinzip eigentlich nur einen Knopfdruck braucht - und dann erscheine ich in einem Video, und mache die Einführung und dann folgt Schritt für Schritt alles das, was ich auch in einem normalen Workshop machen würde.

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Trust the process

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ich habe natürlich dadurch, dass ich nicht live dabei bin, keine Handhabe darauf, dass die Teilnehmer sich wirklich an die Zeiten halten. Aber es läuft auch immer ein Timer mit. Also wenn eine Kreativitäts-Methode angesagt ist, dann wird der Timer gestartet und dann läuft da genau die Zeit und die wird auch visualisiert, die man dann zum Arbeiten hat. So dass das also so engmaschig betreut ist, dass da keine Fehler auftauchen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Cool. Ja, ich kenne aus eigener Erfahrung dieses "Was macht man eigentlich mit einem Timer, und stellt man ihn noch einmal weiter und noch einmal weiter?" Aber das kann ja auch so ein Lerneffekt zwischendurch für die Teilnehmenden im Workshop sein. Und ich glaube, eine ganz wichtige Regel in der Moderation ist ja ohnehin "trust the process". Weil die Person, die sich das Konzept überlegt hat, die hat sich ja nicht ohne Grund das so überlegt, die hat sich ja was dabei gedacht.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, das stimmt. Ich glaube, das ist die einzige Gefahr, die man wirklich dabei hat, dass man den Timer vielleicht ignoriert und sich dann signifikant mehr Zeit an einer Stelle nimmt. Und dann bleibt einem nachher am Ende der Atem weg. Und ich glaube, da muss man, wie du sagst," trust the process" folgen - und in dem Moment auch dem Workshop Konzept. Das ist ja extra so gemacht, dass es Ideen-anregend ist an der einen Stelle, und dann an der nächsten Stelle auf etwas ganz konkretes Bezug nimmt.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Und auch die Zeiten sind nicht ohne Grund so - sondern das ist wirklich immer so gewählt, dass es manchmal auch künstlichen Stress erzeugt - einfach damit das Gehirn auch abfeuert und auch Ideen liefert. Und dann geht es halt über den Tag hinweg. Über acht Stunden wird es in dem Naming Workshop immer konkreter, bis man am Ende mit zehn Ideen überbleibt, die man dann ausgewählt hat.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Super. Und ich habe auf der Homepage gesehen (also ich habe so ein bisschen gespinxt natürlich vorher), dass es teilweise auch Anwender gab, Anwenderinnen gab, die während des digitalen Naming Workshops weit über 100 Ideen produziert haben und hinterher dann wieder so ein bisschen runtergedampft haben auf die Prioritätenliste. Das klingt ja, als sei das sehr produktiv auch. Also nicht nur kreativ, sondern auch produktiv. Cool.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Das ist es. Tatsächlich kann man es logisch auch ein bisschen ausrechnen. Ich weiß, dass 60 Ideen dabei rauskommen, die verspreche ich auch, aber die braucht man eben nicht alle. Aber man braucht auch mehr Ideen als eine einzelne am Ende. Denn so wie es mir auch damals widerfahren ist, gerade wenn wir über Gründung sprechen - man muss sich eine Varianz an Ideen erhalten, damit man dann noch Spielraum hat für den Fall, dass doch mal eine Marke schon angemeldet ist, oder was ich in der Nachbereitung in dem Workshop Konzept dann auch mit anbiete, ist eine Anleitung zum Kundenforschungs-Test. Dass man sich da mal so ein Stimmungsbild von seinen potenziellen Kunden einholt, um zu gucken, ob das, was man sich selber verspricht von dem Namen, beim Kunden dann eben auch ankommt.

Kill your darlings

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Das erinnert mich an eine wichtige Regel, wenn es ums Schreiben geht, die lautet: "Kill your darlings". Ich schreibe ja auch, und weiss dass es manchmal echt schwierig ist. Weil dann hast du schon einen Absatz geschrieben, oder du hast eine bestimmte Idee für eine Handlung, oder wenn du im Fachbuch / Sachbuch Bereich was schreibst, dann denkst du, das ist total wichtig als Argument. Und die Empfehlung ist tatsächlich, sich davon zu trennen, weil das wie wir am Anfang schon gesagt haben, im Zweifelsfall für dich selbst total klar und ersichtlich und wichtig ist, aber für die Leserschaft nicht. Und die ist ja letztendlich relevant an der Stelle. Das kann ich mir gut vorstellen, dass das bei den Namensideen auch so ist, dass man als Team, vielleicht auch gerade weil das so ein kreativer Prozess ist, an irgendetwas besonders hängt und das aber dann nicht funktioniert. Das ist wahrscheinlich auch emotional nicht so leicht, oder?

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, das stimmt. Und genau dafür macht man es auch. Wenn man es richtig angeht, kann man den Namen später für sich arbeiten lassen. Und wir reden hier über Wirtschaft. Ein Name, ein Markenname hat eine Funktion, der soll etwas für einen tun. Das ist ganz wichtig, sich da einen Spiegel zu holen. Und der kann dir trotzdem noch emotional etwas bedeuten. Also ich kann das eigentlich immer nur an meinem Beispiel erzählen. Ich war damals überhaupt nicht amüsiert, dass ich den Namen wechseln musste und habe tatsächlich noch versucht mit einem Anwalt zu klären, ob nicht doch die Chance besteht, den doch zu meinem Namen zu machen. Und musste dann einfach einsehen, dass das nicht drin ist. Also Markenschutz ist Markenschutz - also, ich bin sehr unmotiviert an die neue Namenssuche gegangen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Weil das geschmerzt hat, dass du den Namen nicht nehmen konntest.

Antje Eichhorn | produktfarm®
Ja, genau. Und man ist dann auch so gefangen von dieser einen Idee, von der man denkt, dass die alles abdeckt was man im Namen haben wollte. Also das war gar nicht so einfach. Insofern kann ich das gut nachvollziehen. Und der wichtige Rat in dieser Situation ist, einfach weitergehen. In den Schmerz atmen und weitermachen.

Claudia Salowski | Podcast Host "Kaffee. Donut. Viertelstunde"
Ja, genau. Auch wenn es wehtut. Sich den Schmerz kurz einmal bewusst machen und wissen, den braucht es manchmal vielleicht auch, damit es dann danach auch besser werden kann.

Von Antje Eichhorn
Bildnachweis: © Name / Quelle

Workshop Team

Die Kunst gemeinsamer Entscheidungen bei der Namensfindung

Wenn ihr im Team gründet ist es wichtig für Euch, die Kunst der gemeinsamen Entscheidungsfindung zu meistern. Auch wenn ihr Euch schon vor der Gründung kanntet, vielleicht sogar Kollegen wart, ist es nicht unwahrscheinlich dass ihr während der Gründung neue Fascetten an Euch entdecken werdet.

Plötzlich gehen Entscheidungen nicht mehr so leicht von der Hand, wie erwartet.

Denn Entscheidungen berühren Wertvorstellungen, Wünsche und zukünftige Ziele. Je mehr ihr hier auseinander liegt, desto mehr Zeit solltet ihr zu Beginn einkalkulieren, wenn es darum geht zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen.

Tatsächlich scherze ich manchmal dass eine gemeinsame Firma haben ein bißchen ist, wie verheiratet sein. Man will die nächsten Jahre gemeinsam und erfolgreich bestreiten. Je länger man sich kennt, verstehen lernt und erlebt, desto besser gelingt es meistens, gemeinsame  Entscheidungen zu treffen. Warum? Weil man bereits Erfahrung gesammelt hat - miteinander und mit den verschiedenen Ansichten die jeder hat.

Feiert Eure unterschiedlichen Perspektiven

Macht Euch einfach klar, dass ihr nicht in allen Punkten 100prozentige Einigkeit erreichen müsst. Es geht für Euch zu Beginn vor allem darum, einen gemeinsamen roten Faden zu finden.

Wenn Euch das gelingt, könnt ihr die grundlegende Marschroute festlegen. Dann muss nicht mehr bei jeder Entscheidung die ansteht, die Sinnfrage gestellt werden. Denn ihr kennt Eure Standpunkte bereits.

Dazu gehört auch, das jeder für sich reflektiert, an welchen Punkten er ein bisschen loslassen kann. Und so werden die Entscheidungen entlang des Weges kleiner.

Einen festen Rahmen vereinbaren

Eine der ersten Nagelproben in Sachen gemeinsame Entscheidungen ist häufig der passende Firmenname. Es ist keine Seltenheit, dass Teams mehrere Monate nach dem passenden Namen suchen. Denn das Thema Namensfindung ist komplex.

Je mehr Faktoren einer Entscheidung innewohnen desto mehr Zeit braucht es, um eine Gute zu treffen. Und wenn dann nicht nur ein Entscheidungsträger involviert ist sondern 1,2,3,... - dann wird der Prozess der Entscheidungsfindung schnell mühsam.

Darum empfehle ich Euch,  einen festen Rahmen für Eure Entscheidungsfindung zu suchen. Dann werdet ihr schneller zum Ziel kommen.

Eine gemeinsame Vision macht Euch stark

Ein guter Name ist vor allem eines: gut durchdacht. Es gibt allerhand Kriterien die einen guten Namen kennzeichnen und bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollten.

Falls Du pragmatisch veranlagt bist kommst Du nun vielleicht zu dem Schluß dass man diese Kriterien von Anfang an kennen und für die Namensuche nutzen sollte.  Der Meinung bin ich nicht (weswegen ich die Kriterien hier auch nicht nenne).

Denn wenn ihr von Beginn an solch einem pragmatischen Ansatz folgt, dann bringt ihr Euch um die Möglichkeit zu träumen, zu fantasieren und in Bildern zu denken.
Dabei geht es genau darum - um das Entwickeln einer gemeinsamen Vision. Denn diese Vision, dieses gemeinsame Bild davon wie ihr Euch die Zukunft Eures Unternehmens wünscht, wird Euch als Team langfristig zusammenschweißen und beflügeln.

Die Auswahl-Kriterien sind zwar kriegsentscheidend um am Ende einen guten Namen auszuwählen, aber im Prozess der Namensuche zweitranging. Hier sollte es vor allem darum gehen, die Namensfindung zur Identitätsfindung zu nutzen. Als Solopreneur ebenso wie im Team.

In Workshop in a Box® - für Unternehmensnamen habe ich mein gesamtes Wissen zur Namensfindung gebündelt. Zu meiner Freude höre ich immer wieder von Teilnehmern, dass das Format einen Raum bietet in dem sie ganz anders als bisher über ihre Unternehmensidee nachdenken konnten. Genau dadurch klären sich noch viele Feinheiten, die später vielleicht zu Überraschungen geführt hätten.

Doch nicht nur das - die "demokratischen Prozesse" zur Entscheidungsfindung helfen besonders Teamgründern dabei, auf eine gemeinsame Linie zu kommen. Das geschieht alles noch im Workshop, während der Ideenfindung. Und erst wenn diese abgeschlossen ist, bekommt ihr die elf Kriterien an die Hand die Euch zu Eurem marktrelevanten Namen führen.

Wenn Du jetzt neugierig geworden bist, dann ist Workshop in a Box® - für Unternehmensnamen vielleicht auch für Euch ein geeignetes Format, mit dem ihr die Namensfindung dazu nutzen könnt, eine gemeinsame Vision von Eurem Unternehmen zu entwickeln? Dann nutzt doch die Chance, unverbindlich und kostenlos einen Blick ins erste Modul zu werfen - einfach HIER KLICKEN, anmelden und loslegen.

Von Antje Eichhorn
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Warum du deinen Firmennamen selber finden sollst

Ein guter Firmenname soll mehr können, als gut zu klingen. Er kann etwas darüber vermitteln, wofür dein Unternehmen steht, Interesse wecken und zu einem wichtigen Bestandteil seiner Identität werden. Und genau deshalb bin ich überzeugt: Du solltest deinen Firmennamen selber finden.

Das bedeutet nicht, dass du auf professionelle Unterstützung verzichten musst. Aber die Vorstellung davon, was dein Unternehmen einmal sein soll, sollte im Zentrum der Namensfindung stehen – und die kann dir niemand abnehmen. Keine Agentur, kein Namensgenerator und auch keine KI.

Denn niemand kennt die Vision deines zukünftigen Unternehmens so von innen wie du.

Dein Unternehmen existiert bereits in deiner Vorstellung

Gerade am Anfang einer Gründung ist vieles möglicherweise noch nicht vollständig formuliert. Vielleicht kannst du dein zukünftiges Unternehmen noch nicht in drei präzisen Sätzen beschreiben. Trotzdem existieren bereits Vorstellungen, Werte, Ambitionen und ein Gefühl dafür, was du erschaffen möchtest.

Diese Innenperspektive besitzt kein externer Experte.

Andere können deine Ideen verstehen, Fragen stellen, Zusammenhänge erkennen oder dir helfen, deine Gedanken zu strukturieren. Sie können aber nicht selbst empfinden, was du mit diesem Unternehmen verbindest und welche Vorstellung du von seiner Zukunft hast.

Eine der Aufgaben der Namensfindung besteht deshalb darin, etwas, das zunächst vielleicht nur als Vorstellung oder Gefühl existiert, sprachlich greifbar zu machen.

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Der Name ist Teil deiner Marke

Der Firmenname kann zu einem der ersten Berührungspunkte mit deinem Unternehmen werden.
Menschen lesen, hören und verwenden ihn – und verbinden mit ihm Vorstellungen und Assoziationen.

Unabhängig davon, ob du zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst eine Marke aufbaust, wird dein Firmenname zu einem zentralen Markenelement.

Deshalb verdient diese Entscheidung von Beginn an Aufmerksamkeit.

Nicht, weil es den einen perfekten Namen gäbe. Sondern weil ein Name die Möglichkeit bietet, etwas von der Identität und Richtung deines Unternehmens bereits in wenigen Worten – manchmal sogar in einem einzigen – spürbar zu machen.

Nichts ersetzt die Verbindung mit deiner Vision

Deine Vision ist nicht nur für die Namensfindung relevant. Sie kann dir auch später Orientierung geben, wenn Entscheidungen über Produkte, Positionierung oder die weitere Entwicklung deines Unternehmens anstehen.

Diese innere Vorstellung ist deshalb keine Nebensache im Gründungsprozess. Sie ist eine Ressource.

Und genau hier liegt für mich ein wichtiger Unterschied zwischen Unterstützung bekommen und die Namensfindung abgeben.

Du brauchst niemanden, der dir deine Unternehmensidentität erfindet.

Was dir möglicherweise fehlt, ist ein guter Prozess, der dir hilft, das sichtbar und sprachlich greifbar zu machen, was in deiner Vorstellung bereits angelegt ist.

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Was dir fehlt, ist vielleicht nicht Kreativität – sondern ein guter Prozess

Bei der Namensfindung treffen unterschiedliche Anforderungen aufeinander.

Ein Name soll zu dem Unternehmen passen, das du aufbauen möchtest. Gleichzeitig existiert dieses Unternehmen nicht im luftleeren Raum. Der Name muss auch nach außen funktionieren und sich in einem realen Markt behaupten können.

Ein guter Naming-Prozess schafft deshalb einen Rahmen, in dem deine Vision, kreative Möglichkeiten und strategische Anforderungen zusammenkommen können.

Die entscheidenden Gedanken und Entscheidungen bleiben dabei bei dir.

Denn professionelle Struktur und eigene Kreativität schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Ein guter Prozess kann dir den Raum geben, deine eigene Vorstellungskraft gezielt für die Namensentwicklung einzusetzen.

Der Name muss vom Team kommen

Wie sehr diese Aussage von mir zutrifft, wurde 2020 beim „Wir vs. Virus“-Hackathon noch einmal sehr deutlich.

Als Mentorin wurde ich von einem Team gebeten, die Namensfindung für sie zu übernehmen. Ich habe abgelehnt – nicht, weil ich sie damit alleinlassen wollte, sondern weil ich überzeugt war, dass der Name aus dem Team selbst entstehen sollte.

Stattdessen habe ich sie eingeladen, meinen Vortrag über Namensfindung zu besuchen.

Kurz danach bekam ich diese E-Mail:

"Vielen Dank für deine Unterstützung. Du hast tatsächlich recht – der Name muss vom Team kommen: Wir haben lange zusammengesessen und unterschiedliche Wörter immer wieder miteinander verknüpft und ihn in Use Cases uns vorgespielt („hey, wenn die Enkelkinder wieder nicht kommen, ruf doch mal bei Silberdraht an“) und dann einige Kandidaten entwickelt. Am „Silberdraht“ blieb aber die ganze Gruppe immer wieder hängen"

Susanne Steigler

Der Name Silberdraht kam nicht von mir. Und genau das ist mein Punkt.

Meine Aufgabe bestand nicht darin, dem Team einen Namen zu geben.
Ich konnte ihnen mein Wissen und einen Rahmen zur Verfügung stellen – die Verbindung zu ihrer Idee und die Entscheidung blieben bei ihnen.

Ein guter Name erfüllt viele wichtige Kriterien

Die eigene Vision ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die Namensfindung.
Sie ist trotzdem nicht das einzige, was zählt.

Denn dein zukünftiger Firmenname begegnet später Kunden, Geschäftspartnern und anderen Menschen, die deine persönliche Verbindung zu ihm zunächst nicht kennen. Er steht in einem Marktumfeld und muss dort als Name funktionieren.

Auch rechtliche Fragen sind relevant. Dafür ist meine Namensfindung von produktfarm® ein gutes Beispiel.

Ich hatte früh mit der Suche begonnen und bereits einen Wunschnamen entwickelt.
Dann stellte ich fest, dass dafür schon eine Marke registriert war.

Damit musste ich noch einmal neu anfangen – und inzwischen war der zeitliche Spielraum deutlich kleiner geworden.

Also tat ich für mich selbst das, was ich sonst für meine Kunden tat:
Ich entwickelte einen strukturierten Prozess für die Namensfindung. Und das Ergebnis war produktfarm®.

Ein guter Name wirkt nach Aussen UND nach Innen

Mit produktfarm® bin ich bis heute sehr glücklich.

Der Name vermittelt etwas von dem, womit ich mich beschäftige, und ich habe mehrfach Rückmeldungen bekommen, dass bereits der Name Interesse an meiner Arbeit geweckt hat.

Das zeigt, der Name vermittelt bereits  vor dem ersten Gespräch etwas über ein Unternehmen. Aber mein Firmenname hat noch eine zweite Funktion bekommen, mit der ich bei seiner Entwicklung gar nicht in diesem Umfang gerechnet hatte:

Er gibt auch mir selbst Orientierung.

produktfarm® hat mir immer wieder geholfen, bei der Weiterentwicklung meines Unternehmens den roten Faden zu erkennen.
Die Idee, die im Namen steckt, hat immer wieder die Richtung gezeigt und ist stetig gewachsen.

Ein guter Firmenname wirkt deshalb nicht nur nach außen.
Er kann auch nach innen zu einem Referenzpunkt für die eigene Unternehmensentwicklung werden.

Gerade deshalb solltest du den Prozeß der Namensfindung selbst durchlaufen

Gerade am Anfang hast du als Gründerin die Möglichkeit, deinem Unternehmen bewusst eine Richtung und eine Sprache zu geben. Der Name ist eine der ersten Entscheidungen, in denen beides sichtbar werden kann.

Du bringst dafür etwas Entscheidendes bereits mit: deine Innenperspektive auf das Unternehmen, das entstehen soll.

Was du nicht automatisch mitbringen musst, ist das Wissen darüber, wie aus dieser Vorstellung ein tragfähiger Unternehmensname entsteht.

Und genau dafür habe ich Workshop in a Box® – Unternehmensnamen finden entwickelt.

Du bekommst einen professionell strukturierten Prozess für deine Namensfindung, ohne die wichtigste Aufgabe aus der Hand zu geben: deinen eigenen Namen zu entwickeln und zu entscheiden, welcher davon wirklich zu deinem Unternehmen passt.

Dein Firmenname soll von dir kommen.
Aber du musst den Weg dorthin nicht selbst erfinden.

 

Von Antje Eichhorn
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