4 Wege der Angst vor Technik zu begegnen

In Blog, User Experience by Antje Eichhorn0 Comments

4 Wege der Angst vor Technik zu begegnen

Kennst Du das: Technik erleichtert unser Leben ungemein – und zwar sofort nachdem man es geschafft hat sie in den Betrieb zu nehmen
 😛
Wer hat nicht schon verzweifelt an Knöpfen und MenĂŒ-Einstellungen technischer GerĂ€te herumgefummelt, ohne das gewĂŒnschte Ergebnis zu erreichen. Dadurch entsteht Frust, der regelrecht zu Technikangst anwachsen kann. Manche Einstellungen erscheinen so undurchdringlich und komplex, dass man sich richtiggehend davor drĂŒckt sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Oder man versucht es gar nicht erst und bittet jemanden sich der Sache anzunehmen, von dem man weiss dass es „sein Metier“ ist.
Eine solche Frustquelle war fĂŒr mich zu Beginn das Bataillon verschiedener Fernbedienungen fĂŒr Apple TV, Beamer und Receiver. Die Einstellungsmöglichkeiten (und jeweils 150 Knöpfe) der GerĂ€te brachten mich schier um den Verstand wenn ich sie in den Betrieb nehmen wollte. Wie oft bin ich daran verzweifelt, sauer geworden – erst ĂŒber die Technik, dann ĂŒber meine eigene UnfĂ€higkeit – bis ich schliesslich mit einem GefĂŒhl der Ohnmacht aufgab. Doch sobald ich den Ablauf zum Einschalten der GerĂ€te verinnerlicht hatte, tauchten diese Angst und quĂ€lenden GefĂŒhle nie wieder auf.

Es ist also eigentlich gar nicht die Angst vor der Technik, sondern die Angst vor dem Unbekannten die uns abschreckt.

Es gibt ganz unterschiedliche Wege dieser Angst zu begegnen, um sie abzubauen:

1. Man liest zuerst die Gebrauchsanweisung
So machte es mein werter Herr Papa: zuerst machte er sich mit der Gebrauchsanleitung einer neuen Errungenschaft vertraut, obwohl (oder gerade weil?) er selber Ingenieur war. Er verliess sich einfach darauf, dass alles was man wissen muss, in der Gebrauchsanleitung zu finden war. Wenn Du die Zeit, die es dauert eine Gebrauchsanweisung zu studieren, aufbringen kannst ist das ein solider Tip fĂŒr den Beginn um sich technischen Herausforderungen auf eigene Faust zu nĂ€hern. Auch wenn es mitunter eine langwierige und hoffnungslose Unternehmung werden kann
 – meine Generation lernte das spĂ€testens durch EinkĂ€ufe bei Ikea.

2. Man wÀhlt ein Produkt, dass ein hochwertiges Design hat
Solltest Du jemand sein, der automatisch nach dem schönsten Produkt im Regal greift ohne ein gutes Argument dafĂŒr zu haben – hier nenne ich Dir eines: ein Produkt an dem ein Designer gesessen hat wurde in der Regel nicht nur funktional sondern auch in den BedienungsablĂ€ufen logisch durchdacht. Apple hat in den 90er Jahren viel Aufmerksamkeit fĂŒr den selbsterklĂ€renden Setup des Macintoshs bekommen, da man dafĂŒr nicht technisch versiert sein musste. Gut gestaltete Produkte berĂŒcksichtigen diese Art von Gestaltung / Bedienung bereits in der Produktentwicklung und finden Lösungen, die technisch unerfahrenen Anwendern gerecht werden. Das ist eine bedeutende Facette von Nutzerzentrierter Produktentwicklung, die bei jedem Gebrauch zu spĂŒren ist.

3. Man vertraut auf die Kraft der Intuition
Dies ist in den meisten FĂ€llen meine persönliche Vorgehensweise geworden. Zu ungeduldig fĂŒr Punkt 1 und zu gut Bescheid wissend ĂŒber Punkt 2 vertraue ich inzwischen auf die Kraft der Intuition. Ich wĂ€hle die Vorgehensweise die mir als erstes einfĂ€llt und drĂŒcke / klicke ungehemmt in einer mir als logisch erscheinenden Abfolge darauf. Damit komme ich immer ziemlich weit, oft, aber nicht immer sogar zum Ziel. Wichtig ist hierbei das man nicht wahllos, chaotisch und hektisch vorgeht. Wenn man der intuitiven Methode eine faire Chance geben will, dann muss man ihr Zeit lassen zu reagieren und selbst in Ruhe beobachten.

4. Sollte das trotz allem nicht funktionieren, dann vertraue ich weiters auf einen bereits gestern ins Feld gefĂŒhrten Punkt – den Chancen der Digitalisierung sprich: dem Internet. TatsĂ€chlich suche ich inzwischen sogar mehr Antworten auf YouTube als auf Google.

…sollte das am Ende vielleicht sogar der Grund sein, weshalb es immer mehr ErklĂ€rfilme- und Videos gibt? Um einer immer grĂ¶ĂŸeren Welle von Technikangst zu begegnen? Wie seht ihr das und mit welchen Mitteln versucht ihr, Eure BerĂŒhrungsĂ€ngste gegenĂŒber technischen Produkten abzubauen?

Dieser Artikel ist Teil der Starter Edition von Blogmomentum.

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Wer schreibt hier

Antje Eichhorn

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Antje ist Produkt Coach, Dozentin, Expertin fĂŒr Design & Markenstrategie und ĂŒberzeugte Vertreterin der nutzerzentrierten Produktentwicklung.

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